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Wo sind die Meister 2010? Wer hat den Pokal? Was war los am Ammersee
Von Bord der „Lahmen Ente“ ein Bericht von Wilhelm Beckmann
Das historische Ergebnis vorweg: das gab es in der 16er Klasse noch nie: eine Meisterschaft ohne einen Meister, eine Bestenermittlung ohne besten Segler.
Ein Ausflug in die Historie: Walter Riedel gab bei der Stiftung im Jahr 1994 dem Pokal der 16 m² S-Jollenkreuzer, nationale Konstruktionsklasse des Deutschen Segler-Verbandes – auch „Ofenrohr“ oder „Schirmständer“ unter Eingeweihten genannt, auf jeden Fall einem der schwersten Pokale der Segler-Geschichte, weitaus schwerer als die „bodenlose Kanne“ des America´s Cup mit nur knapp 4 kg – extra eine Ausschreibung mit, nach der der Pokal in mindestens 4 Wettfahrten ausgesegelt werden muss, und das auch aus gutem Grund: wer den 16er-Pokal erringen will, soll sich anstrengen.
Damit sind wir auch beim Thema: Ammersee im Juli 2010.
Die Vorzeichen waren günstig, war es doch im Mai und Juni so kalt in den südlichen Gefilden, und wurde es in der Woche vor der Internationalen Bestenermittlung 2010 doch so warm. Wir brüteten in Norddeutschland bei 36°, als wir die „Lahme Ente“ reisefertig machten.
Doris hatte auch dem Wetter entsprechend gepackt, davon später noch mehr. Dank Klimaanlage in Paschi´s Mobil gelangten wir am Freitag nach rund 11stündiger Fahrt um 17.00 in Eching an, wo schon Offergeld´s „Mon Cheri“ und Altvater´s „Erbe“ an der Boje vor dem Echinger Segelclub im Ammersee hingen.
Nach der Begrüßungsrunde fühlten wir Norddeutschen uns gleich gut aufgehoben, ein Bier unter Freunden und das Ammersee-Feeling stellte sich ein. Rasch die „Lahme Ente“ ins Wasser, welch ein Genuss nach dem durch Algen belasteten Dümmer, ins weich lichtdurchflutete warme Wasser des Ammersee zu tauchen, um abzukühlen. (Aber nichts gegen den Dümmer gesagt, auch der hat seine eigenen Reize!).
Ich habe seit 1987 kaum eine Meisterschaft ausgelassen, interessant war daher für mich, wie viel „neue“ Boote dabei waren und auch Segler, die ich noch nicht kannte.
Es muss ein großer Reiz darin liegen, wenn man bei ebay ein Schiff aus den 70er Jahren für wenig mehr als 1.000 € ersteigern kann, Mast, Schwert und Ruder verfeinert bis hin zu Kohlefaser-Material, dazu einen Satz neue Segel packt und schon ein absolut wettbewerbsfähiges Boot sein eigen nennt. Einige meinen zwar, der S-Jolli sehe aus wie eine englische Telefonzelle, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und schnell sind die Dinger trotz des komischen Risses auch. Da liegt ein Potential brach, das habe ich nicht für möglich gehalten. Also, Freunde des Low-Budget-Sailing, wer da nicht auf den 16er-Jollenkreuzer kommt, ist selbst schuld. Mich jedenfalls habt Ihr völlig überzeugt!.....
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